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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer hat Fotos von Kriegsfeuerschiffen?


Nervenklau
10.04.2007, 18:56
Suche Fotos von Kriegsfeuerschiffen bzw. deren Bewaffnung. Welche Rohrwaffen waren auf deutschen Feuerschiffen installiert? 2 cm C 30 oder C 31, bzw. Flak 38 in Heereslaffette? Wer weiss hier bescheid??

Gruss,

NK

Ralf10
10.04.2007, 19:26
Hallo NK,

Feuerschiff "Minsenersand II"
Schiffsdaten:
Länge: 35,50 m
Breite: 6,90 m
Tiefgang: 2,80 m
Vermessung: 252 BRT
Auftraggeber: Nautische Abteilung des Reichsmarineamtes in Berlin
Behörde: Kaiserliches Lotsenkommando an der Jade in Wilhelmshaven
Begründung: Ersatz für das abgängige FS "Minsenersand", Baujahr 1873/74
Bauwerft: G. H. Thyen, Brake/Unterweser
Baujahr: 1913/14
Fahrantrieb: keinen

Geschichte:
1914-1918 nach Fertigstellung versuchsweise aufgrund einer Maßnahme der Marineleitung nördlich vom Steingrund bei Helgoland ausgelegt, Position: 54°14' Nord und 8°03' Ost,
zwischenzeitlicher Einsatz als Feuerschiff "Helgoland"
1915 als Kriegs-FS "F" auf der Friedensposition "Geniusbank"
1916-1917 wieder auf Position "Steingrund"
1918-1919 zwischen Libau und Reval
1920 als FS "Minsenersand" auf 13 m Wasser am inneren Ende des Fahrwassers Alte Jade, Station Minsenersand ausgelegt, Position: 53°50' Nord und 8°05' Ost
1940-1941 aufgelegt
1941-1945 Kriegsmarine als Hafenschutzboot DPK 44, Vorpostensicherungsboot VS 22 und Wachschiff 22 bei der 2. Sicherungsflottille, Gruppe Swinemünde
1945 vor Swinemünde durch Fliegerbomben versenkt

Gruß Ralf

Ralf10
10.04.2007, 19:31
Feuerschiff Bürgermeister Abendroth (I)

Schiffsdaten:
Länge z.d.L: 37,00 m
Breite: 7,30 m
Tiefgang:
Seitenhöhe: 4,70 m
Verdrängung:
Vermessung: 272 BRT
Namensgeber: Amandus, Augustus Abendroth, 1767-1842, seit 1800 Senator und wiederholt Bürgermeister Hamburgs
Auftraggeber: Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburgische Admiralität
Behörde: Deputation für Handel, Schifffahrt und Gewerbe
Bauwerft: H. Brandenburg in Hamburg-Steinwerder
Baujahr: 1899
Bau-Nr. 26
Fahrantrieb: keinen

Geschichte:

1900-1905 Station Elbe 3
1905-1914 Station Elbe 2
1914-1918 Kaiserliche Marine
15.04.1918 Kriegs-FS auf der Station Irbenstraße, während des Einsatzes bei der Öselunternehmung
22.11.1918 vor Windau gestrandet und aufgegeben
1919 vom lettischen Staat geborgen und zum Dreimastschoner umgebaut für das lettische Seefahrts-Department in Riga
1928 Schiff wird zum Feuerschiff "Laima" (lettische Glücksgöttin) umgebaut und am 26.10. auf Station Ovisi (Lyserort-Riff) ausgelegt, Position: 57°38' Nord und 21°36' Ost
1941 im Juli deutsche Kriegsbeute
1944 beim Rückzug nach Danzig geschleppt und am 26.12. während der Schleppfahrt von Danzig nördlich von Stolpmünde gesunken

Ralf10
10.04.2007, 19:35
Feuerschiff "Weser" Taufname Norderney I

Schiffsdaten:
Länge: 52,50 m
Länge z.d.L.: 46,00 m
Breite: 7,80 m
Seitenhöhe: 5,50 m
Tiefgang: 3,81 m
Verdrängung: ca. 382 BRT
Werft: A.G. "Weser", Bremen
Bau-Nr.:157 (Reserve-FS)
Maschine: 6-Zylinder-Diesel MWM
Baujahr: 1906/07

Geschichte:

14.03.1907 Ablieferung. Das Schiff wurde, ursprünglich als 3-Mast-Segler entworfen, auf der Bremer Werft "AG Weser" zusammen mit seinem Schwesterschiff "Norderney II" zum Preis von 690.000 Reichsmark gebaut
1907-1914 Reserve-Feuerschiff für die Stationen Norderney und Elbe 1
1914-1918 Kaiserliche Marine, Reserve für die Kriegs-Feuerschiffe "A" und "E" auf der Jade
1921-1936 Reserve-Feuerschiff für die Stationen Norderney, Elbe 1, Weser und Bremen
31.10.1936 auf Station "Elbe 1" wegen Untergang des Stamm-FS "Bürgermeister O´Swald"
1939-1945 Kriegsmarine als Leuchtschiff "H" auf der Station "Elbe 2"
1945-1948 Station "Elbe 1"
07.11.1948 von Station "Elbe 1" eingezogen, der Neubau "Bürgermeister O´Swald II" übernimmt als Stamm-FS die Station
1949-1952 Reserve-Feuerschiff für die Stationen Elbe 1, Weser und Bremen
1952-1954 Modernisierung und Umstellung von Dampf auf Motorenantrieb
26.03.1954 auf Station "Weser" ausgelegt
1955-1956 verlegt auf Station Bremen, wegen schlechter See-Eigenschaften sowie Motorenleistung nach dem Umbau
1956 Seebeck-Werft Bremerhaven führt Änderungsarbeiten durch
1956-1981 Stammfeuerschiff auf der Station Weser
23.09.1981 Die hohen Kosten von rund 1 Mio. DM jährlich für die Unterhaltung des Schiffes brachten das "AUS" für das Schiff - es wurde durch eine Großtonne ersetzt. (Zum Vergleich: Eine Tonne kostet jährlich etwa 250.000 DM Unterhalt.)
01.03.1983 Nach einem Jahr Aufliegezeit wurde das Schiff, das vom Zahn der Zeit reichlich angegriffen war, in die Obhut der Seglerkameradschaft "Klaus Störtebeker" Wilhelmshaven e.V. gegeben. Nach einer gründlichen Restaurierung durch die Mitglieder des Vereins und nach einem Umbau der inneren Räumlichkeiten - wobei weitgehend der ursprüngliche Charakter bewahrt blieb - ist das Schiff jetzt am Bontekai in Wilhelmshaven für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ralf10
10.04.2007, 19:42
Feuerschiff ELBE 3

1909-1927 Eiderlotsgaliot IV
ab 1927 Bürgermeister Abendroth II

Schiffsdaten:
Länge über alles: 44 m
Länge: 34 mBreite: 7 m
Tiefgang: 2,70 m
Seitenhöhe: 4 m
Verdrängung: ca. 220 BRTBauwerft: Eiderwerft AG, Tönning
Baujahr: 1909Bau-Nr.: 89
Kosten: 300.000,- ReichsmarkLichtquelle: Drehlinsenoptik
Aufhängung: kardanisch
Maschine: kein eigener Antrieb
Position als "Elbe 3": 53°57' Nord und 8°37' Ost
Besatzung: 16 Mann
Geschichte
1909-1914
Innere Eiderstation
Position: 54°15' Nord, 8°35' Ost,
gleichzeitig schwimmende Lotsenversetzstation
1914-1918 Kriegseinsatz als Sperrfeuerschiff bei Minenfeldern in der Nordsee
1919-1926 Nach dem Krieg Modernisierung der Feueranlage und des Nebelsignals und Einbau einer Funkanlage, innere Eiderstation
05.05.1927 Umbenennung in "Bürgermeister Abendroth II", nach einem Hamburger Kommunalpolitiker, der sich für das Wohl der Feuerschiffsbesatzungen eingesetzt hat
1927-1939 Reserve-FS für die Stationen Elbe 2, 3 und 4
1940-1942 Kriegsmarine, zeitweilig zum Zweimaster umgetakelt als Wachschiff in der Ostsee auf dem Zwangsweg rot Pos. 5
1942 Sperrwachschiff 25 im Verband der Küstenschutzflottille D-Westliche Ostsee
1943 Bezeichnung geändert in 125 DWO
1944 Wachschiff 4 in der 1. Sicherungsflottille Kiel. Während des Einsatzes bei der Kriegsmarine wurde der Fockmast ausgebaut.
06.11.1945
erstmaliges Auslegen als Stamm-FS auf Station "Elbe 3" am Ort der eingezogenen Leucht-Glockentonne K
17.10.1966
Außerdienststellung nach 57 Dienstjahren
1967 until 2005
Seit 1967 liegt die "Elbe 3" als Museumsfeuerschiff im Außengelände des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven. Von außen kann es jederzeit besichtigt werden, von innen (Kombüse, Messe und Kammern wurden hergerichtet) nur während der Saison.
12/2005 bis ???
Seit Dezember 2005 wird das Feuerschiff umfangreich restauriert, daher ist eine Besichtigung derzeit nicht möglich!

Ralf10
10.04.2007, 19:43
.

Ralf10
10.04.2007, 19:47
Feuerschiff Reserve Ostsee
ab 1931 Umbenennung in Kiel II

Schiffsdaten:
Länge: 35,50 m
Breite: 6,70 m
Tiefgang: 2,80 m
Seitenhöhe: 3,50 m
Verdrängung: ca. 300 t
Auftraggeber: Nautische Abteilung des Reichsmarine-Amtes in Berlin
Behörde: Küstenbezirksamt II in Stettin
Bauwerft: Oderwerke Stettin
Baujahr: 1902
Bau-Nr.: 532
Fahrantrieb: keinen

Geschichte:

1905 Umbau bei der Kaiserlichen Werft Kiel. Maßnahme erforderlich, damit der Einsatz auf der Station Adlergrund möglich wird. Durch den Umbau wurde das Vorschiff um 5 m verlängert, dadurch befindet sich der Leuchtmast nicht mehr in der Mitte des Schiffes
1905-1914 Station "Adlergrund"
1914-1918 Station "Bülk"
1918-1919 Kriegs-FS vor Dagö
1919 Reichsmarine übergibt das Feuerschiff an die Reichswasser-Straßenverwaltung-Wasserbauamt Kiel, Einsatz als Reserve-FS für die Stationen Bülk, Adlergrund, Gabelsflach
1929-1931 Umbau und Elektrifizierung bei der Germaniawerft in Kiel, u.a. Einbau eines Feuerturmes
21.07.1931 Umbenennung in Feuerschiff "Kiel II" und Einsatz als Stammfeuerschiff auf der Station "Kiel", Position 54°30' Nord und 10°17' Ost
15.07.1941 FS wird von U-Boot gerammt und nach erfolgter Instandsetzung wieder ausgelegt
04.05.1945 auf seiner Position durch feindlichen Fliegerangriff versenkt
1952 Wrack beseitigt und Wracktonne eingezogen

Gruß Ralf

Ralf10
10.04.2007, 20:04
Feuerschiff ELBE 1
Bürgermeister O'Swald (II)

Schiffsdaten:
Länge mit Bugspriet: 57,30 m
Länge z.d.L.: 49 m
Breite: 9,55 m
Seitenhöhe: 6,05 m
Tiefgang: 4,72 m
Verdrängung: 1.000 t
Vermessung: 641 BRT
Kennung: 10 Sekunden Gleichtakt (5 Sek. hell/5 Sek. dunkel)
Feuerhöhe: 15 mBrennweite: 300 mm
Tragweite: 23 sm, heute 17 smLichtquelle: Scheinwerferglühlampe 2000 Watt, heute 1.500 Watt
Aufhängung: kardanisch
Behörde: Seewasserstraßenamt Cuxhaven
Werft: Jos. L. Meyer, Papenburg/Ems
Bau-Nr.: S 436
Baukosten Voranschlag: 1.500.000 RM (1935)
Baukosten tatsächlich: 1.513.628,17 DM (1948)
Rumpfmaterial: Stahl, genietet
Antriebsmotor: 500 PS (368 kW), ab 1970 650 PS (478 kW)
Stationsanker: 3 t Pilzanker, 245 m Kette, Gliedstärke: 52 mm, steglos
Seitenanker: Patentanker, 1025 kg, 315 m Kette, Gliedstärke: 55 mm, mit Stegen
Unterscheidungszeichen: DBBR
Geschichte:
13.02.1939 nach dem dramatischen Untergang der ersten Elbe 1 am 27.10.1936 wurde die Schiffswerft Jos.L.Meyer, Papenburg/Ems beauftragt ein neues Feuerschiff zu bauen
04.09.1941 Kiellegung
02.06.1943 Stapellauf
In der Zeit des 2.Weltkrieges hatten Wehrmachtsaufträge vorang, deshalb verzögerte sich der Bau weiter. Gegen Ende des Krieges sollte das halbfertige Feuerschiff, welches bisher von allen Beschädigungen verschont geblieben war, durch die deutsche Wehrmacht gesprengt werden, damit es nicht in Feindeshand fallen konnte. Durch eine kurzentschlossene, in der Verantwortung der Bauwerft liegende, Versenkung des Schiffes im Hafen Papenburg, konnte dieses Schicksal abgewendet werden. Nach Kriegsende wurde die Elbe 1 wieder gehoben. Durch Materialmangel verzögerte sich die Fertigstellung weiter. Erst die Währungsreform ermöglichte eine schnelle Fertigstellung

Ralf10
10.04.2007, 20:07
Feuerschiff "Bülk"

Schiffsdaten:
Länge ü.a.: 35,50 m
Länge z.d.L: 31,50 m
Breite: 7,08 m
Seitenhöhe: 3,56 m
Tiefgang: 2,45 m
Verdrängung: 287 m³
Auftraggeber: Nautische Abteilung des Reichsmarine-Amtes in Berlin
Behörde: Küstenbezirksamt II in Stettin
Bauwerft: Kaiserliche Werft in Danzig
Baujahr: 1903/04
Baubeschreibung: rotes, zweimastiges Schiff mit der Aufschrift "Bülk" an beiden Seiten. Am Hauptmast führt das FS als Tagesmarke in 22,50 m Höhe einen schwarzen Ball, der Leuchtapparat ist auf 11,20 m Feuerhöhe vorgeheißt

Geschichte: 1904 ausgelegt auf Station "Bülk"

1914-1918 Kriegs-FS
März 1918 Station vor Dagö
Oktober 1919 Reichsmarine, Küstenbezirk III Kiel übergibt das FS an die Reichswasserstraßen-Verwaltung
1922 von Station "Bülk" eingezogen, Position 54°28' Nord und 10°15' Ost
1925 Übernahme der Station "Kiel" und gleichzeitige Umbenennung des FS in "Kiel I"
1928/1929 Modernisierung: Leuchtfeuer auf elektrischen Betrieb umgestellt und mit Laternenmast ausgerüstet
1929 im Juni wieder auf Station "Kiel" ausgelegt
1931 am 21.07. wird das FS eingezogen und umbenannt in "Reserve Ostsee", Einsatz auf den Stationen: "Flensburg, Kiel, Fehmarnbelt, Adlergrund
1939-1945 Einsatz bei der Kriegsmarine als Sperrwachschiff 6, Hafenschutzboot DK
6, Hafenschutzboot DPR 15, Vorpostensicherungsboot VS 125, Vorpostensicherungsboot VS 85
1945-1953 Reserve-FS für die Stationen Flensburg, Kiel, Fehmarnbelt
1953 Außerdienststellung auf Erlaß des Bundesminister für Verkehr vom 06.02.1953
19.03.1954 bei der Fa. Hansa-Schrott in Hamburg abgewrackt

Ralf10
10.04.2007, 20:12
Feuerschiff Genius-Bank

Schiffsdaten:
Verdrängung: 100 t
Feuerhöhe: 12 m
Auftraggeber: Hydrographisches Bureau des preußischen Marine-Ministeriums in Berlin
Behörde: Kaiserliches Lotsenkommando Tonnen-und Bakenamt an der Jade in Wilhelmshaven
Bauausführung: rot angestrichenes, hölzernes Schiff mit 1 Pfahlmast und den Namen "Genius-Bank" in weißen Buchstaben auf beiden Seiten
Tagessichtzeichen: im Mast eine schwarze Kugel aus Korbgeflecht
Befeuerung: festes weißes Feuer, 3-Linsen-Apparat mit je 1 Lampe mit 39 mm weitem Brenner, diese 3 Laternen hängen in 3 Gabeln eines eisernen Gerüstes, welches abends vorgeheißt wird
Baujahr: 1876/77

Geschichte:

1878 ausgelegt auf der Jade östlich der Geniusbank, Station Geniusbank, Position 53°35' Nord, 8°11' Ost
1914-1918 umgetakelt als dreimastiges Kriegs-Feuerschiff "C" auf der Jade
1920 eingezogen, die Station wurde wegen der Kürzung der Haushaltsmittel beim Marine-Lotsenkommando Wilhelmshaven nicht wieder besetzt

Schneefrau
12.04.2007, 23:14
he - Ralf - wo krigst Du so schnell die Infos her um sie hier rein zu tun??? Ich hab vor geraumer Zeit einen (beschädigt) Holzbausatz gefunden - schon recht alt auf einem Dachboden und ne alte Marinemütze mit weißem Deckel von der "Seeteufel" v. Graf Luckner. Alte Holzkiste mit lauter Messingteilen dabei - Länge etwa 100 cm wie war die denn eigentlich bewaffnet?
mkG Heiko

kuk
12.04.2007, 23:34
he - Ralf - wo krigst Du so schnell die Infos her um sie hier rein zu tun??? Ich hab vor geraumer Zeit einen (beschädigt) Holzbausatz gefunden - schon recht alt auf einem Dachboden und ne alte Marinemütze mit weißem Deckel von der "Seeteufel" v. Graf Luckner. Alte Holzkiste mit lauter Messingteilen dabei - Länge etwa 100 cm wie war die denn eigentlich bewaffnet?
mkG Heiko

Hallo

Seeadler x Pass of Balmaha
Bewaffnung 2 SK - 10,5 L / 45 400 Schuß
Seeausdauer 40000 sm bei 9 Kn und 2100 t Öl
Besatzung 7 / 57
Baujahr1878
21.07.1915 Prise durch U 36
16.07.1916 Tarnname Walter
02.12.1916 Reede Blexen in Dienst als Seeadler
Tarnnamen Maletta Kalliope Hero Maletta
02.08.1917 Gesunken Insel Mopelia Strandung bei Seebeben ( wersion Graf Luckner )

mfg

kuk

Austroparts
13.04.2007, 00:57
Zu Graf Luckner, zitiert aus www.deutsche-schutzgebiete.de:, einer sehr empfehlenswerten Webseite!

Felix Graf von Luckner

* 09. Juni 1881 in Dresden (Königreich Sachsen)
† 13. April 1966 in Malmö/Schweden

Felix Luckner wurde am 9.Juni 1881 in Dresden geboren und wuchs bei seiner Großmutter in Halle/Saale auf. Schon früh interessierte er sich für die Seefahrt. Als 16jähriger heuerte er als Schiffsjunge auf dem russischen Vollschiff "Niobe" an.

1907 erwarb er das Kapitänspatent an der Seefahrtsschule in Papenburg. Bei Kriegsausbruch 1914 befand sich Luckner an Bord von S.M.S. Panther. Da ihm der Dienst auf dem alten Kanonenboot zu langweilig war, meldete er sich zur Schlachtflotte. Von Oktober 1914 bis August 1916 diente er als Offizier auf S.M.S. Kronprinz und nahm dabei auch an der Seeschlacht am Skagerrak teil.

Im Dezember 1916 wurde er Kommandant des Hilfskreuzers Seeadler. In dem von ihm geführten Kaperkrieg gelang es Luckner mit der Seeadler 3 Frachter und 13 Segler mit insgesamt 30 099 BRT aufzubringen. Sein ritterlicher Umgang mit den Gegnern und die Tatsache, dass während der gesamten Kaperfahrten kein Tropfen Blut vergossen wurde, verschaffte ihm Respekt und Anerkennung bei Freund und Feind. Am 2. August 1917 wurde, nach Angaben Luckners, die Seeadler durch eine hohe Flutwelle, die bei einem Seebeben entstand, auf das die Insel umgebende Korallenriff gesetzt und zertrümmert. Das Schiff ohne Wache und so nah an einem Korallenriff zu ankern war zumindest sehr fahrlässig. Luckner ließ sich durch den Verlust des Schiffes nicht entmutigen. Ein aus der Heimat mitgenommenes Motorboot von 6 Metern Länge wurde mit Takelage und einem Maschinengewehr versehen. Am 23. August ging das Schiffchen unter dem Namen "Kronprinzessin Cecilie" unter dem Kommando des Grafen und mit einer Besatzung von 5 Mann in Richtung Fidschiinseln in See. Man plante, irgendein Schiff zu kapern und mit ihm den Rest der Leute vom Mopelia abzuholen. Vier Wochen lang dauerte die Reise auf See. Als sich Graf Luckner und seine Leute auf der Bakaya-Insel an Bord eines ankeraufgehenden amerikanischen Motorschoners in der Absicht eingeschifft hatte, das Fahrzeug in freien Gewässern zu kapern, wurden sie durch einen militärisch besetzten Regierungsdampfer daran gehindert und gefangen gesetzt; zunächst auf der Insel Suva, später in Auckland. Noch einmal gelang es Luckner auszubrechen. Am 13. Dezember 1917 floh er mit seinen Gefährten in dem Motorboot des Kommandanten des Gefangenenlagers und kaperten einen kleinen Segelschoner, der jedoch abermals von einem britischen Regierungsdampfer aufgebracht wurde. Bis zum Friedensschluss hat Australien dann die Besatzung der Seeadler im Zuchthaus von Auckland interniert.

Im Juli 1919 kehrte Luckner endlich aus der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück. Der Graf beginnt Vorträge über seine Abenteuer zu halten, die er mit schriftstellerischen Freiheiten auszumalen weiß. Im November 1920 beschließt er in Leipzig mit Freunden, "...vor Freunden und ehemaligen Feinden Vorträge zu halten...und die Brücke schlagen zwischen Menschen, die guten Willens sind, Friede und Freundschaft zu halten über Meere, Grenzen und menschliche Unvollkommenheiten..." Dieser Gedanke war die eigentliche Geburtsstunde seiner ersten Amerikafahrt.

Im März 1921 wurde er Kommandant des neuen Segelschulschiffes der Reichsmarine "Niobe". Da ihm seine Vorträge wichtiger waren, als Kadetten auszubilden, nahm er 1922 seinen Abschied und schied als Korvettenkapitän aus der Reichsmarine aus. Er reiste öfters zu einem Freund nach Schweden, war Gast am schwedischem Königshof und heirate Weihnachten 1925 seine schwedische Freundin Ingeborg Engström.

Am 6. Juli 1926 fuhr er mit seinem Viermastschoner "Vaterland" zum ersten Mal auf die Elbe hinauf. Am 22. Oktober 1926 traf das Schiff vor New York ein. Am 27. Oktober wurde er offiziell in der Stadt empfangen. Luckner hält eine Vielzahl und Vorträgen und wird in San Franzisko sogar Ehrenbürger der Stadt. Am 11. April 1927 wird Luckner und seine Mannschaft freudig in Bremen begrüßt.

Es folgen eine Vielzahl von weiteren Reisen. 1939 kehrt er nach Deutschland zurück und wohnt fortan mit seiner Frau bei seiner Mutter in Halle/Saale. Hier treffen ihn Vorwürfe pädophile Neigungen zu hegen und mit den Spendengeldern für seine Fahrten allzu großzügig umgegangen zu sein. Ein Ehrengerichtsverfahren wird in Gang gesetzt und Luckners Bücher aus den deutschen Bibliotheken entfernt.

Im April 1945 verhindert er durch Verhandlungen mit den Amerikanern die Zerstörung der Stadt Halle/S. Er wird daraufhin zum Ehrenoberst der 104. US-Division "Timberwölfe" ernannt. Beim Abzug der amerikanischen Truppen und der Übergabe der Stadt an die Rote Armee verlässt Luckner Halle/S. und geht in den Westen. Er beginnt wieder Vorträge zu halten und schreibt Bücher. 1953 erhält er das "Große Bundesverdienstkreuz". Noch einmal besucht er 1964 seine alte Heimatstadt Halle/S., als sein Halbbruder Carl beerdigt wird.

Am 13. April 1966 stirbt Graf Luckner in Malmö/Schweden, beigesetzt wird er auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

Ralf10
13.04.2007, 03:22
he - Ralf - wo krigst Du so schnell die Infos her um sie hier rein zu tun??? Ich hab vor geraumer Zeit einen (beschädigt) Holzbausatz gefunden - schon recht alt auf einem Dachboden und ne alte Marinemütze mit weißem Deckel von der "Seeteufel" v. Graf Luckner. Alte Holzkiste mit lauter Messingteilen dabei - Länge etwa 100 cm wie war die denn eigentlich bewaffnet?
mkG Heiko

Grüß Dich Heiko,

hast ne PN.

Gruß Ralf

Nervenklau
19.04.2007, 16:57
Hallo, Ralf,

Danke dafür. Kannst Du auch die Bewaffnungsfrage beantworten??

Gruss,

NK

Riemann
19.04.2007, 19:05
Hallo!

Die Bewaffnungsfrage wurde oben schon beantwortet!

2 x 10,5 cm

Graf Luckner drohte meist nur mit nicht vorhandenen Torpedos!

Nervenklau
25.04.2007, 11:04
@ Riemann,

danke für den Hinweis, aber: ich suchte nach der Bewaffnung von Kriegs-Feuerschiffen. Irgendwie sind wir jetzt beim Seeteufel gelandet, ohne dass die erste Frage beantwortet wurde ;-(

Gruss,

NK

Ralf10
26.04.2007, 06:30
Hallo NK,

Deine Frage zu beantworten fällt bestimmt nicht leicht.
Ich frage mich,weshalb Feuerschiffe überhaupt bewaffnet sein sollten?
Sinn und Zweck waren doch Seewege zu markieren.
Oft waren doch die Feuerschiffe unbemannt.
Feuerschiffe waren zu Kriegszeiten notgedrungen Kriegsfeuerschiffe.
Wenn sie zerstört wurden, dann doch nur aus militärischer Sicht, um Schiffe des Gegners in unsichere Gewässer laufen zu lassen.
Wer stellt sich hinter ein Geschütz, das weithin sichtbar als leuchtende Zielscheibe dient.
Macht für mich keinen Sinn.
Bin mal gespannt, ob Dir da jemand mit detailierten Angaben behilflich sein kann.

Gruß Ralf

Nervenklau
27.04.2007, 15:05
@ Ralf10,

während der Luftschlacht um England haben deutsche Stukas englische Feuerschiffe im Ärmelkanal angegriffen. Da sich ein feuerschiff nicht bewegt ist es eigentlich ein schönes Ziel. Und deshalb gibt es wahrscheinlich auch so gute Fotos, wo die Bomben neben dem Schiff in den Bach fallen ;-)

Da Radar in den Kinderschuhen steckte, war ein Feuerschiff fast so wertvoll wie ein Vorpostenboot, um anfliegende Feindverbände zu melden. Auch als Wetterstation waren sie unverzichtbar. Demnach sollten diese Zossen versenkt werden.

Die Engländer ihrerseits haben es genauso gemacht und deutsche Feuerschiffe angegriffen, bzw. Beuteschiffe attackiert. Dänische Feuerschiffe (Holzrümpfe!) wurden notdürftig gepanzert, indem am Oberdeck Kopfsteine (ähnlich denen, die man für Kopfsteinpflaster verwendet) befestigt wurden. Es gibt Beispiele, wo Jagdbomber diese Steine mit Feuergarben eingedeckt haben und die Besatzung unter Deck unversehrt blieb. Wo das aufgrund der Seefähigkeit nicht möglich war, sind Bordwaffen aufgestellt worden (bevorzugt 8 mm, 15 mm, 2 cm, auch Beutewaffen - belegt für Nord- und Ostsee). Die genauen Waffen kenne ich allerdings nicht, was auch der Grund für meine Frage war -

Gruss,

NK

Ralf10
27.04.2007, 18:28
Hallo Nervenklau,

vielen Dank für die Information, sehr interessant.
Muß gestehen, das ich in meiner umfangreichen Lektüre nichts zu diesem Thema gefunden habe.
Man lernt halt nie aus.

Gruß Ralf